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Welche Bedeutung hat die Taufe, wenn man erwachsen ist?

Im Unterschied zum Sakrament der Eucharistie oder der Versöhnung ist die Taufe ein einmaliges Ereignis, das für uns immer weiter zurückliegt. Sie steht deshalb in der Gefahr, mehr oder weniger vergessen zu werden oder ein Schattendasein als Randphänomen zu führen. Im christlichen Leben Erwachsener kommt sie zur Entfaltung, wenn sie diesem Vergessen immer wieder entrissen wird.

Die Taufe bringt ihre Wirkungen hervor kraft des Geheimnisses des Leidens, des Todes und der Auferstehung des Herrn. Paulus hat diese Teilhabe am neuen Leben Jesu Christi so umschrieben: "Wißt ihr denn nicht, daß wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein" (Röm 6, 3-5). Die Taufe hat uns in eine  Schicksalsgemeinschaft" mit Christus gestellt. Deshalb ist sie Grundlage des ganzen christlichen Lebens, noch über unseren Tod hinaus. Wir sollen "als neue Menschen leben"; das tun wir, indem wir uns bemühen, immer mehr in diesem neuen Leben zu wachsen, immer wieder zu Gott umzukehren und Christus nachzuahmen.

Der Taufauftrag Jesu an die Jünger (Mt 28, 18-20; Mk 16, 15 f) verknüpft die Taufe mit der Unterweisung: "(...) und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe". Deshalb ist die Taufe Sakrament des Glaubens. Denn im Glauben antworten wir auf die Frohbotschaft Jesu Christi, im Glauben bekennen wir uns zu ihm, im Glauben richten wir unser Leben auf ihn aus. Aus dieser Verbindung von Taufe und Glauben ergibt sich die Aufgabe, das ganze Leben lang den Glauben zu erneuern, zu vertiefen, in ihm zu wachsen und zu reifen.

Die Taufe hat uns grundlegend in die Kirche eingegliedert (vgl. Apg 2, 41 u. 47); mit dem Empfang der Sakramente der Eucharistie und der Firmung wurde diese Eingliederung fortgesetzt und entfaltet. Taufe schafft ein unlösbares Band mit Christus, dem Haupt der Kirche, und verbindet die vielen Glaubenden untereinander; das bringt das Bild von der Kirche als dem Leib Christi treffend zum Ausdruck. Wie der einzelne Mensch nur in Gemeinschaft mit anderen lebensfähig ist, so braucht auch der Christ einen geistlichen Lebensraum in der Gemeinschaft der Kirche. Um lebendig zu bleiben, braucht diese Gemeinschaft immer wieder der Erneuerung und Vertiefung.

Jeder dieser drei Hauptgesichtspunkte zeigt, daß "Taufe" eine Aufgabe bedeutet: die Aufgabe zu erneuern, zu vertiefen, zu wachsen! Neben der liturgischen Tauferneuerung - besonders in der Osternachtsfeier - hilft das betrachtende Lesen der Hl. Schrift, diese Aufgabe zu erfüllen; das Stichwortverzeichnis ("Taufe, Täufer") im Anhang der Einheitsübersetzung führt ohne Schwierigkeit zu einschlägigen Bibelstellen. Die Tauffeiern in den Gemeinden werden in aller Regel angekündigt. Die Teilnahme daran ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht; sie eröffnet durch die liturgischen Texte, die sehr sprechenden Riten und die Taufansprache einen guten Zugang zum Gehalt des Sakraments. Anregungen zum Nachdenken findet man schließlich
im "Gotteslob" unter Nr. 42 ff; unter Nr. 50 wird die Erneuerung des Taufversprechens behandelt; das Gebet Nr. 50/ 2 könnte zur guten Gewohnheit werden, um die Taufe als das bewußt zu machen, was sie ist: unverzichtbare Grundlage christlichen Lebens.

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