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Ist es richtig, Gegenstände wie z. B. Fahrzeuge zu segnen?

Menschen tauschen Erfahrungen, Gefühle oder Informationen nicht nur mit Worten aus. Ebenso sprechend sind Gesten und Zeichen. Das gilt auch für den Glauben. So gesehen sind Segnungen Zeichenhandlungen, die etwas Alltägliches vom Glauben her deuten. Sie verkünden auf ihre Weise die Frohbotschaft; sie bringen den zuversichtlichen Glauben zur Sprache, daß unser ganzes Leben in Gott geborgen ist. Segnungen haben einen wichtigen Platz im Glaubensleben des Einzelnen und in den verschiedensten Bereichen menschlicher Gemeinschaft. Sie machen auf Geheimnisse des Glaubens aufmerksam und helfen zu ihrem tieferen Verständnis. Sie rufen in Erinnerung, daß Gott die Quelle alles Guten und allen Segens ist; sein Segen wirkt sich in der Schöpfung aus (Gen 1, 22 ff).

Die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf kommt im Sprachgebrauch des Alten Testaments sehr einprägsam zum Ausdruck. Dasselbe hebräische Wort bedeutet einmal "segnen, wenn es um das Handeln Gottes geht und das andere Mal "lobpreisen", wenn es sich auf ein Tun des Menschen bezieht. Darauf aufbauend legt der hl. Augustinus Psalm 67, 1 ("Gott sei uns gnädig und segne uns") so aus: "Wenn uns Gott segnet, wachsen wir, und wenn wir Gott preisen, wachsen wir. (...) Von oben kommt der Regen; aus unserem Erdreich wächst die Frucht".

Segnungen gehören zu den heiligen Zeichen, "durch die in gewisser Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden" (II. Vat. Konzil, Liturgiekonstitution Nr. 60). Sie bewirken, "daß es kaum einen rechten Gebrauch der materiellen Dinge gibt, der nicht auf das Ziel ausgerichtet werden kann, den Menschen zu heiligen und Gott zu loben" (aaO, Nr. 61). Jede Segnung preist Gott und bittet um seinen Segen. Soweit Segnungen sich auf Gegenstände beziehen, kommt zusätzlich deren rechter Gebrauch und dessen Zielrichtung in den Blick. Dadurch werden Mißbräuche und -verständnisse ausgeschlossen.

Die jeweiligen Segensgebete bringen die verschiedenen Gesichtspunkte zur Sprache. Das bei der Segnung von Fahrzeugen vorgesehene Gebet lautet: "Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht und rufen zu dir. Segne diese Fahrzeuge und beschütze alle vor Unglück und Schaden, die sie in Beruf und Freizeit benützen. Gib, daß wir im Straßenverkehr allzeit verantwortungsbewußt bleiben. Mach uns rücksichtsvoll und hilfsbereit. Laß uns in allem, was wir tun, deine Zeugen sein." Der rechte Gebrauch hängt von echter Mitmenschlichkeit und Verantwortungsbewußtsein im und mit Straßenverkehr ab. Daran erinnern wir uns im Gebet vor Gott und bitten ihn, die gute Absicht zu stärken.

Gott ist es, der unter menschlicher Mitverantwortung Schutz gewährt, nicht die Tatsache als solche, daß die Fahrzeuge mit Weihwasser besprengt werden. Die Gebetsbitten fassen vielmehr zusammen, daß Christen ihre Verantwortung im Straßenverkehr vor Gott erkennen. Die Segnungsfeier insgesamt drückt das in Wort und Zeichen aus!

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