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Die Geburt der Mutter Gottes (8. September)

Um die Anspielungen der Texte von der Liturgie der Geburt Mariens am 8. September gut verstehen zu können ist es wichtig zu wissen, daß dieses Fest stark beeinflußt ist von dem sogenannten Proto-Evanglium des Jakobus. Diese apokryphe Schrift aus dem 6. Jahrhundert faßte einige Geschichten zusammen, die unter den Christen die Runde machten. Diese Geschichten wurden von der Kirchengemeinschaft nicht offiziell anerkannt, spielen jedoch eine große Rolle in der Volksfrömmigkeit dieser Tage. Auch in der Ikonographie. Joachim und Anna, wie die Eltern Mariens geheißen sollen, waren zwei fromm lebende Menschen, die sehr unter der Tatsache litten, daß sie kinderlos waren. Sogar der Hohepriester Zacharias sollte Joachim und versteckte sich unter den Hirten. Aber dort im Gebet — gerade zu dem Augenblick, in dem Anna in ihrem Garten zu Gott betete — erschein ihm ein Engel, der die Geburt ihres Kindes ankündigte. Voll Freude ging Joachim nach Hause zurück; bei der Goldenen Pforte begegnete er seiner Frau, die ihm entgegenkommt, um ihm die große Neuigkeit zu erzählen von der Erscheinung, die sie hatte. So gingen sie zusammen nach Hause. Als Anna ihr Kind zur Welt bringt, hört sie, daß es ein Kind der Auserwählung ist, und sie erzieht es im Verborgenen, bis es zum Tempel gebracht werden wird für die weitere Bildung. (Denken Sie hier an das Fest von Mariens Eintritt in den Tempel, am 21. November.) Die Parallele zu der Geschichte von Jesu Geburt ist auffallend bis in die Ikonographie hinein.


Heute hat Gott, der auf seinem ewigen Thron ruht,
sich auf Erden einen heiligen Thron bereitet.
Er, der in Weisheit die Himmel gegründet hat,
machte in seiner Liebe zum Menschen
den Menschen zu einem menschlichen Himmel:
aus einem unfruchtbaren Strunk
schuf er uns eine lebenbringende Frucht,
Seine Mutter.
O Gott der Wunder
und Hoffnung der Hoffnungslosen,
Herr, Ehre sei Dir.

Aus der großen Vesper vom Fest


Durch Gottes Ratschlüsse
haben unfruchtbare Frauen berühmte Kinder geboren.
All' diese Kinder übertrifft Maria glanzreich:
Auf wunderbare Weise aus einer Mutter geboren,
die unfruchtbar war,
brachte sie — aus einem Schoß, der für Ihn
offenstand —
als Menschen zur Welt: den Gott des Weltalls.
Sie ist die unübertreffliche Pforte,
durch die nur Gottes eigenes Kind gehen durfte,
Er allein.
Alles bestimmte Er,
wie Er es in Seiner Weisheit sah.
So bewirkte Er Heil für alle Menschen.

Aus der großen Vesper vom Fest


Durch deine Geburt wurde das Verlangen von
Joachim und Anna erfüllt.
Adam und Eva wurden von der Verderblichkeit des
Todes befreit.
Darum feiert dein Volk dieses Fest:
Wir sind von unserer Schuld erlöst.
Wir rufen zu Dir:
Sie, die ohne Kinder war,
gebar die Mutter Gottes,
die uns das Leben brachte.

Kondakion vom Fest

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